Den Tritt wiederfinden

Via Wohnen ist auf Menschen zugeschnitten, die über eine längere Zeit die Erfahrung gemacht haben, wegen Alkohol- oder Suchtmittelkonsum immer wieder den Tritt verloren zu haben. Sobald sie in einer strukturierten Lebenswelt mit regelmässigen Abstinenzkontrollen und professioneller Abstinenzunterstützung zu Hause sind,  finden sie diesen Tritt wieder. Das Gefühl von Autonomie und Lebensfreude kommt mehr und mehr zurück.
Im Gegensatz zu den zielorientierten Kurz- oder Langzeit-Therapien, richten wir an Via-BewohnerInnen keine Veränderungserwartungen. Die Erfahrung zeigt, dass in einem solchen Setting der Bewohner / die Bewohnerin Veränderungen aus eigener Motivation anstrebt: freiwillig werden therapeutische Module besucht. Im Hausdienst, in der Küche, in der Umgebungs- und Tierpflege oder in einer internen Produktionslinie kann gemäss vorhandener Ressourcen einer Beschäftigung nachgegangen werden. Externe geschützte Beschäftigungsmöglichkeiten oder Eingliederungen in den ersten Arbeitsmarkt Betrieben sind ebenfalls möglich.

Das Zusammenleben der Via-BewohnerInnen mit den AbsolventInnen der Kurz- und LangzeitpatientInnen im gleichen Haus fördert bei allen Beteiligten die Auseinandersetzung mit der Suchtthematik und deren Langzeitproblematik, was als eine Bereicherung der gesamten Via-Konzeption erlebt wird.

Über die Aufnahme ins Via Wohnen wird im interdisziplinären Helfersystem (Gesundheitsdienste, Sozialdienste, IV, RAV usw.) zusammen mit den Betroffenen entschieden.

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